Wir stellen uns vor

Aus der Geschichte des Tambourcorps Asperden

Die Begeisterung war groß, als Helmut Thissen im August 1954 zu einer Besprechung zwecks Gründung eines Tambourcorps eingeladen hatte. Am 29.08.1954 traf man sich nach dem Hochamt in der Gasstätte Hermann Franken. Schnell war man sich einig: Asperden soll einen Tambourcorps bekommen.

Max Schreiber, Tambourcorps-Major der Freiwilligen Feuerwehr Goch, erklärte sich sofort bereit bei Gründung und Aufbau eines Tambourcorps in Asperden behilflich zu sein.

Der Aufbau des Tambourcorps setzte sehr viel Engagement voraus. Die ersten Trommeln und Stöcke waren selbstgemacht, die ersten Flöten wurden in Kevelaer im Musikgeschäft Gründjes bestellt. Die Ausbilder wurden von Johannes Hemmers, Alois Joosten, oder Vinzenz Noel mit ihren Fahrzeugen abgeholt und wieder nach Hause gebracht.

Die Flöten sowie die Ausbildung, pro Abend 10,-- DM, mußten aus eigener Tasche bezahlt werden. Jeder war damit einverstanden, daß man pro Woche 1,-- DM Beitrag zahlte.

Als Ausbilder für die Flöten wurde Johann Hendricks aus Kessel verpflichtet, die Ausbildung der Trommler übernahm Max Schreiber.

Für Freitag, den 03.09.1954 war die erste Probe angesetzt. Als Flötisten waren im Tambourcorps Asperden Theo Fylla, Hans Franken, Johannes Kröll, Peter Janssen, Clemens Cleff, Karl-Heinz Binn, Heiner v. Baal, Gerhard v. d. Loo, Johannes Hemmers, Ferdi Koenen und Johannes Henkel, der 3 Wochen später dazukam. Als Trommler waren im Corps: Helmut Thissen, Johann Janhsen, Albrecht Hoiboom, Manfred v. d. Hövel, Heinz Cleff, Peter van Baal, Walter Schreurs und 4 Wochen später Franz Janssen.



 

unsere Gründungsmitglieder




Der Jüngste war Peter Janssen mit 9 Jahren und Karl-Heinz Binn mit 10 Jahren. Johann Jahnsen war mit 30 Jahren der älteste Spieler.

Das Tambourcorps hatte viele Gönner und Sponsoren. Auch ein Antrag an den Gemeinderat auf finanzielle Unterstützung blieb nicht ungehört. So konnten endlich bei der Firma Gründjes in Kevelaer die lang ersehnten Trommeln bestellt werden. Sie  kosteten damals 99,-- DM das Stück, waren bespannt mit kalbsfell und mit Seiten aus Katzendarm. Der Kessel war aus Messing und mußte sehr oft geputzt werden. Die Flöten kosteten damals 13,75 DM das Stück.


Da man noch nicht als eigenständiger Verein handeln konnte, hatte man sich zunächst mündlich dem Sportverein Asperden angeschlossen. Am 07.05. 1955 wurde Theo Fylla sogar in den Vorstand des SV Asperden gewählt. Damals, wie heute, hat das Tambourcorps Asperden schwarz-gelbe Uniformen. Dies ist nicht zuletzt auf die damalige Zugehörigkeit zum SV Asperden zurückzuführen.

Ab dem 01.09.1959 führte man den offiziellen Namen "Tambourcorps Asperden". Man trennte sich vom Sportverein.






Am 08. Mai 1955 stand der erste Wettstreit in Rindern an. Man beherrschte nur 3 Märsche, hatte keinen Major und keine Uniform.

Auf einer Probe im März 1955 wurde Theo Fylla zum Major ernannt. Die finanziellen Mittel ließen allerdings zunächst nur die Anschaffung von Uniformhosen und Mützen zu.

Ein weißes Hemd, schwarze Krawatte, schwarze Schuhe und Strümpfe mußte jeder wiederum selbst beschaffen und auch selbst bezahlen. Eine Hose kostete zur damaligen Zeit 50,-- DM, eine Mütze 12,-- DM.

Die Neuanschaffungen hatte man über einen Kredit finanziert, für den Helmut Thissen und Theo Fylla gebürgt hatten. Die genannten 62,-- DM mußten von allen Tambourcorps-Mitgliedern nach und nach zurückgezahlt werden. Ein Dank gilt hier den damaligen Sponsoren,. die uns unwahrscheinlich bei der Rückzahlung unterstützt haben.

Am 24.04.1955 hatte das Tambourcorps Asperden seinen ersten offiziellen Auftritt. Der Bürgerschützenverein Pfalzdorf hatte Fahnenweihe. Für die Kameraden des Tambourcorps Asperden eine Generalprobe für den Wettstreit in Rindern.

Am 08.05.1955 war es dann endlich soweit. Das Tambourcorps Asperden nahm an seinem ersten Wettstreit teil und es geschah das, womit keiner gerechnet hatte, man erlangte im Saaspiel den 2. Preis und im Straßenspiel lag man auf Platz 3.

Am 30.05.1955 hatte das Tambourcorps seinen ersten Auftritt in Asperden. Der Schützenverein feierte sein 50jähriges Bestehen.

Die Uniformen waren zu diesem Zeitpunkt immer noch nicht komplett. Johannes Kröll gab damals das Versprechen ab: Zu Asperdener Kirmes hat jeder eine Jacke. Und so geschah es auch. Schneidermeister Heinrich Artz nahm Maß und die Uniformjacken wurden bestellt. Jeder bezahlte 72,-- DM und so hatte Johannes Kröll sein Versprechen eingelöst.

Insgesamt mußte zur damaligen Zeit jeder 108,-- DM für seine komplette Uniform zahlen.